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So schön klingt die Welt der Geräusche

Duo Pulsion in Waldkirch am 8. Dezember 2006


Das Szenarium der Schlag- und Geräuschinstrumente war auf den ersten Blick erstaunlich, für manchen Zuhörer des Konzertes am Freitag in St. Michael in Waldkirch vielleicht sogar erschreckend. Ein aufgeschnapptes "oje" eines Zuhörers erwies sich jedenfalls völlig unbegründet, zeigte sich doch mit den ersten Takten zum einen, welche Vielfalt an wohltuenden schönen (!) Klängen und Geräuschen sich unter dem weiten Begriff "Schlagzeug" verbirgt und wie eindimensional die Vorstellung von "Schlagzeug" als tonlosem Percussion-Instrument bleibt. (...)

Jochen Schorer und Philippe Ohl wechselten mit geradezu artistischer Leichtigkeit und Handfertigkeit von einem Instrument zum nächsten. (...) Nicht nur der klangliche Effekt war überraschend, sondern auch der visuelle. Es war zu spüren und zu sehen, dass zur ausdrucksstarken Klangerzeugung der Einsatz des ganzen Körpers gefragt ist. (...)

Es war spannend, wie unterschiedlich die einzelnen Stücke je nach Resonator klangen, wie gross das Spektrum an Schlägen, Geräuschen und Klängen war, wie virtuos und ausdrucksstark rhythmische Modelle neben orchestrale Klangfarben gestellt wurden. Dass in einem Konzert mit Schlagzeug poetische und dramatische Stimmung geschaffen werde kann, war für viele Besucher sicherlich ein Novum. Dass mit tropfendem Wasser, Schlägen von Spülbürsten ins Wasser, voll lauffenden oder und gluckernd leer laufenden Flaschen rhythmisch strukturierte Ereignisse geschaffen werden können, zeigte das eher als improvisierende Experiment zu wertende Stück von Jochen Schorer.

Unbedingt faszinierend war neben aller Virtuosität am jeweiligen instrument die Übereinstimmung der beiden schlagzeuger. Die spielerische extrovertierte Leichtigkeit der Auftritts von Jochen Schorer und Philippe Ohl war begleitet von intensiver Konzentration und Identifikation mit der Musik. Beides verband sich zu einer aussergewöhnlichen Authentizität im Spiel der beiden Schlagzeuger. Und genau diese Authentizität ist eine Bedingung für die Akzeptanz, innerhalb der klassischen Musik, Zeitgenössisches, Neues mit aufzunehmen.

Hildegard Kurig, Badische Zeitung